Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Hier könnt ihr schreiben, wenn sich leider keine Folgeschwangerschaft mehr einstellt, wenn euer Kinderwunsch also mit einem oder mehreren Verlusten endet.

Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Diana » Sonntag 11. April 2010, 21:32

Guten Abend ihr Lieben,
ich weiß nicht so wirklich woher es kommt, aber nachdem ich mein zweites Kind in der 12. SSW veroren habe,beschäftige ich mich mit dem Thema Kinderlosigkeit.
Es kam schleichend, aber so ruhig und überwältigend auf mich zu, dass ich mich fragen muss, ob ich vielleicht eine Vorahnung habe?
Als mir meine Ärztin sagte, dass nun auch mein zweites KInd tot sei, war ich auch kaum überrascht.
Es gab keinen Grund für die Fehlgeburt,die sterblichen Überreste meines Kindes waren "gesund", wie mir meine Ärztin sagte. Sie wollte mich nach dieser Mitteilung nochmal zum Blut abnehmen in die Praxis bestellen um den HCG Wert zu bestimmen. Ich bin einfach nicht hingegangen.
Ich hatte jetzt nicht einmal eine Zyklusveränderung.29 Tage nach meiner OP habe ich meine erste Periode bekommen, so als wäre nichts gewesen. Und dabei war ich doch 12 Wochen schwanger :shock:
Mal sehen ob mein Zyklus so bleibt oder jetzt ein bisschen verrückt spielt...
Aber darum geht es ja auch gar nicht.

Meine Ärztin sagte mir, dass mein Risiko eine weitere Fehlgeburt zu erleiden nun wesentlich höher sei als bei anderen Frauen, dass ich aber eine Dritte hinter mich bringen müsse, damit man mich gründlich untersuchen würde.
Und da war dann die Frage in meinem Kopf:
Will ich das tatsächlich riskieren?
Oder verzichte ich einfach freiwillig auf eine weitere Schwangerschaft?
Will mir der Verlust von zwei Kindern vielleicht irgendetwas sagen?
Ich weiß, dass ist eine Glaubensfrage und meine ethischen Vorstellungen sind sowieso etwas anders.
Heute z. B. war ich total mitgenommen von einer Reportage der BBC mit dem Titel "Schwanger um jeden Preis?"
Und diese Paare nehmen so vieles auf sich.
Und ich?
Ich überlege schon jetzt ob ich freiwillig auf Kinder verzichte.
Aber ich weiß ganz genau, dass ich nicht um jeden Preis ein Kind bekommen will.
Viele Frauen, die ich in den letzten zwei Jahren kennen lernen durfte, haben fünf oder mehr FGs erlebt und versuchen es weiter.
Ich habe diese Stärke nicht.
Ist es überhaupt Stärke?
Ich weiß es nicht, nur dass ich es nicht könnte.
Denke über eine Bewerbung als Pflegemutter nach. Mein Mann zieht das bis jetzt noch nicht in Betracht. Er ist überzeugt dass wir eigene Kinder haben werden.
Ich bin es nicht.

LG
Diana

Weine nicht weil es vorbei ist, sondern lächle weil es geschehen ist.
Diana
 
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Re: Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Esther1974 » Montag 12. April 2010, 13:49

Liebe Diana,

Warst Du schon mal bei einem Hämatologen ? Ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dass meine Blutgerinnung so katastrophal sein könnte. Wenn unsere Tochter nicht tot geboren wäre, hätte ich wohl in der allernächsten Zeit einen Schlaganfall oder Ähnliches bekommen. Lass das doch mal abklären... auch für Deine Gesundheit...
Und vielleicht liegt ja da die ( behandelbare ) Ursache für Deine toten Kinder. Dann wäre es möglich, doch noch eigene Kinder zu bekommen.
Allerdings finde ich Deine Gedanken sehr mutig, sich damit abzufinden, kein eigenes Baby zu bekommen. Und die Idee mit dem Pflegekind finde ich durchaus eine Überlegung wert.
Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest.

Liebe Grüsse, Esther
Esther1974
 
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Re: Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Anika » Montag 12. April 2010, 14:56

Liebe Diana,

ich habe auch zwei Kinder in der Frühschwangerschaft (8. und 11.SSW) verloren und meine damalige Ärztin sagte mir auch klar, ich müsste schon noch eins verlieren, damit es mit den Untersuchungen los gehen könnte.

Das habe ich allerdings so nicht hingenommen. Ich habe ihr klar gesagt, das ich das nicht so lustig finde, um es noch ein paar Mal zu wiederholen und das sie sich jetzt gefälligst was überlegen sollte, um mich auch mit 2 Fehlgeburten an eine Kinderwunschklinik zu überweisen. Das hat sie dann auch getan. Sie hat also eine "mögliche Diagnose" verfasst und mich mit dem Befund zur Kinderwunschklinik Heidelberg überwiesen.

Das war überhaupt klein Problem und mein Mann und ich haben kurzfristig einen Termin bekommen.

Du musst diese Aussage also nicht einfach so hinnehmen, wenn du Kassenpatient bist, dann such dir einen Arzt der dich überweist. Falls du Privatpatient bist, brauchst du eh keine Überweisung.

Liebe Grüße
Anika
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Re: Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Sandra2 » Dienstag 13. April 2010, 21:56

ist Liebe Diana,

ich würde dich jetzt am liebsten mal Drücken.
Ich bin schockiert, dass man erst nach der 3. FG eine "richtige" Untersuchung bekommt. Nachdem ich immer in der KIWU war, war mir die Thematik so nicht bekannt, weil bei meiner FG das volle Programm an Untersuchungen gemacht wurde.

Ich dann dich grundsätzlich verstehen, dass du momentan zweifelst!
Ich verzweifelte auch fast und habe überstürzt eine weitere künstl. Befruchtung gemacht, bei der ich gar nicht schwanger wurde.
Seit 9 Monaten mache komplett eine Kinderwunsch-Pause UND mir geht es jetzt gut. Am Anfang nicht. Es war auch mehr über meinen Heilpraktiker eine "Zwangspause" als eine freiwillige Pause, aber sie tat und tut mir gut eine klaren Kopf zu bekommen und mein Hormon- und Stoffwechsel hat sich super umgestellt durch die Homöopatischen Mittel.

Klar nehmen viele Paar unglaublich viel auf sich um in Kind zu bekommen, aber man will doch auch nicht mit 50Jahren vor dem Fernseher sitzen uns sich fragen:"Mensch hätte es noch eine Möglichkeit gegeben ein Kind zu bekommen". Ich denke das Gefühl zu haben für sich alles versucht zu haben, stimmt eine friedvoll mit der Tatsache wenn man kinderlos bleibt, zumindest war das mein Antrieb zu künst. Befruchtung. Allerdings was immer man unternimmt, man darf nicht erwarten, dass es klappt bzw. man muss oft Geduld, sehr viel Geduld mitbringen. Ich kann ein Lied davon singen und ich bin 1. kein geborener Geduldsmensch und 2. auch noch in der Hoffnung auf ein Kind, noch habe ich keines an der Hand.

Ob es Stärke ist oder ein starker Wunsch - ich weiss es nicht.
Inwieweit jeder seine Grenze sieht, also die "Höhe des Preises" ist- glaube ich - sehr individuell.

Ich z.b. könnte kein Pflegekind nehmen, da es mir das Herz zerreissen würde, wenn ich es wieder hergeben müsste und zur Adoption sind wir leider schon zu alt.

Ich wünsche mir für dich, dass du noch nicht "freiwillig" über Kinderlosigkeit nachdenkst, aber ich finde es gut, dass du alle Lebenssituationen gedanklich durchspielst. Wir haben uns auch viel Gedanken gemacht und mein Mann und ich wissen, dass wir auch ohne Kind glücklich bleiben.
Nichts desto trotz würde ich lügen, wenn ich behaupten würde meine Kinderplanung schon verabschiedet zu haben und mit noch 35 Jahren finde ich es auch für mich zu früh.

Ich würde mich sehr freuen von dir zu lesen und mich weiterhin auszutauschen.
Liebe Grüße, Sandra
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Re: Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Conni » Mittwoch 14. April 2010, 14:30

Diana hat geschrieben:Viele Frauen, die ich in den letzten zwei Jahren kennen lernen durfte, haben fünf oder mehr FGs erlebt und versuchen es weiter.
Ich habe diese Stärke nicht.
Ist es überhaupt Stärke?
Ich weiß es nicht, nur dass ich es nicht könnte.


Liebe Diana,

nach jedem unserer drei Verluste habe ich mich gefragt,
ob ich noch einmal Mut/Kraft/Stärke für einen neuen Versuch habe.

Anfangs, direkt nach dem jeweiligen Verlust,
dachte ich immer,
dass mir das auf keinen Fall, "nie wieder", möglich sein würde.

Und dann war es jedes Mal irgendwann doch wieder so weit.

Die Verluste kamen ja nicht alle auf einmal,
sondern nacheinander,
so dass die Kraft immer wieder zurück kehren konnte
- auch wenn es natürlich jedes Mal schwieriger wurde.

Ich wünsche dir Zeit, Ruhe, Kraft, Mut, Zuversicht, Stärke
für die für euch richtige Entscheidung.

Liebe Grüße "aus" der Nordsee von Conni
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Re: Denke viel über "freiwillige" Kinderlosigkeit nach

Beitragvon Uli » Freitag 21. Mai 2010, 19:34

Liebe Diana,

ich muss dir einfach noch antworten, obwohl dein Posting schon so lang her ist.
Mir ging es nach der 5. und 6. Fehlgeburt ähnlich. Ich habe auch überlegt, ob es nicht mal an Leid reicht. Ich denke es gehört zu beiden Entscheidungen ohne eigenes Kind zu leben oder es noch mal zu probieren viel Kraft dazu. Eine aktive Entscheidung, sich nicht nur treiben lassen, kostet Kraft. Aber selbst wenn du(ihr) im Moment gegen einen nochmaligen Versuch bist, darfst du(ihr) deine Meinung auch wieder ändern, falls du in ein, zwei Jahren mehr Kraft hast. Es ist beides ein gangbarer Weg und ich wünsche dir, dass ihr euch gemeinsam auf den Weg macht. Mein Mann will auch nicht an Pflegekinder denken, er denkt unbeirrt, dass es schon mal klappen wird, manchmal macht mich das richtig aggressiv!!!, weil ich mich dann nicht von ihm verstanden fühle.
Mit den Untersuchungen will ich dir aber Mut machen (habe die bisherigen Antworten nicht gelesen), du hast immer das Recht, dich weitergehend untersuchen zu lassen, nur zahlt das evtl. die Kassen nicht. Falls du Informationen brauchst, welche Untersuchungen gemacht werden können, findest du hier in der Muschel Listen für Untersuchungen. Falls du wissen willst, was sowas kosten könnte, dann maile mir doch mal, irgendwo habe ich meine Rechnungen vielleicht noch.

Liebe Grüße
Uli
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Liste der Untersuchungen - Re: Denke viel über "freiwillige" ...

Beitragvon Conni » Sonntag 23. Mai 2010, 10:29

Uli hat geschrieben:Falls du Informationen brauchst, welche Untersuchungen gemacht werden können, findest du hier in der Muschel Listen für Untersuchungen.


Liebe Diana,

Uli hat die Liste der Untersuchungen angesprochen.

Die Liste der möglichen Untersuchungen für das Vorgehen nach mehreren Verlusten / gehäuften Fehlgeburten (habituellen Aborten) findest du

zur Zeit hier:
http://www.muschel.net/?q=node/46

bald dort:
http://www.die-muschel.de/liste-der-untersuchungen.html

und noch später da:
http://www.muschel.net/liste-der-untersuchungen.html

Liebe Grüße "aus" der Nordsee von Conni
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